Ein Schritt ins Ungewisse

Der Start einer Reise. Eines persönlichen neuen Kapitels. Zwölf Jahre lange tägliche Routine in der Schule hat mir gezeigt, dass ich die Freiheit, die ich mir nach meinem Abitur ersehnt habe, mit einem absoluten Kontrastprogramm füllen möchte. Spontanität, Offenheit, Anpassungsfähigkeit – die kommende Zeit wird mich vor eine Vielzahl an persönlichen Herausforderungen stellen. Aber warum mache ich mich überhaupt ausgerechnet jetzt, in Corona-Zeiten, auf den Weg ins Ausland? Und weshalb suche ich mir keinen Job oder etwas ähnliches vor meinem Studium, um Geld zu verdienen und mir eine stabile finanzielle Basis für einen eventuellen späteren (und sichereren) Auslandsaufenthalt zu schaffen?

Gepackt vom Fernweh

Um euch mental auf meine Reise mitnehmen zu können, werde ich zunächst die Geschichte dahinter ein bisschen näher erzählen. Im Grunde wollte ich dieses gap year ganz anders gestalten – und zwar in Form eines Freiwilligendienstes in Afrika. Aus Sicherheitsgründen ist das nun nichts geworden und ich habe wochenlang händeringend nach einer Alternative innerhalb Deutschlands gesucht, die mich ebenso erfüllen würde wie die Vorstellung, in eine andere Kultur einzutauchen. Zu lernen und zu verstehen, wie sich die Menschen an einem anderen Ort der Welt ohne finanzielle Sicherheit fühlen, wie sie ihren Alltag gestalten – für mich eine interkulturelle Bereicherung, die meine Weltsicht nachhaltig prägen würde. Tatsächlich habe ich meiner Enttäuschung zum Trotz einige für mich interessante inländische Anlaufstellen gefunden und falls du gerade am Überlegen bist, was du nach deinem Schulabschluss genau machen möchtest: Das in Betracht ziehen eines Freiwilligen Kulturellen/Sozialen/Ökologischen Jahres lohnt sich enorm!

Im Grunde begann ich schon, Frieden zu schließen mit der Aussicht auf ein Jahr bei einer Radiostelle oder einer Stiftung, als ich mich eines Abends mit einer Schulfreundin unterhielt. Thema: Was machst du nach der Schule? Sie legte mir ihre Pläne nahe, erzählte von der Möglichkeit, sich als Freiwillige auf der Plattform „Workaway“ Gastfamilien zu suchen und dort unentgeltlich zu arbeiten, dafür aber alles zum leben Wichtige zu bekommen und nebenbei Bekanntschaften zu knüpfen, sowie Einblicke zu erhalten in unterschiedliche Mentalitäten. Dieses Gespräch mit meiner Freundin entpuppte sich für mich als ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mit jedem Satz, den sie sagte, wuchs meine Begeisterung mehr und ich dachte mir: „Warum sollte ich nicht auch so etwas machen?“

Fragen über Fragen

Als ich mich mit meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten über meinen neuen Plan unterhielt, wurden folgende Fragen häufig gestellt: Ist das nicht ein bisschen gefährlich wegen Corona? Wie hältst du dich finanziell über Wasser? Hast du dir schon einen Plan gemacht, wo du hin möchtest und zu welchen Familien du gehen wirst? Ja, auch ich halte den Zeitpunkt für ein Auslandsjahr nicht für optimal. Um ehrlich zu sein, das Timing könnte fast nicht schlechter sein – ich könnte mich auf den Fahrten zu meinen Gastfamilien immer mit dem Virus infizieren bzw. andere Leute anstecken.

Allerdings heißt das nicht, dass das Infektionsrisiko überall gleich hoch ist. Auch wenn ich (um gleichzeitig die dritte Frage zu beantworten) nur alle paar Monate im Voraus plane, präferiere ich natürlich Länder, die von Corona verhältnismäßig gering betroffen sind. So steht auf meiner Liste nun erst einmal Dänemark und definitiv auch Irland. Falls sich die Situation soweit verschärft, dass auch die Einreisebeschränkungen in meine Zielländer sich wieder verkomplizieren oder ich nicht mehr einfach zurück nach Hause komme, werde ich länger in einem Land bleiben und auf große Reisen verzichten. Die generelle Einhaltung sämtlicher Sicherheitsmaßnahmen ist für mich Pflicht.

Mag sein, dass das Ganze für den Einen oder Anderen ein fragwürdiges Vorhaben ist und nicht jeder meine Begeisterung teilen kann – letztendlich ist es aber das, was sich für mich richtig anfühlt. Ich habe beschlossen, meiner Intuition zu folgen und dadurch mein Selbstvertrauen zu stärken. Dieser Moment ist für mich – trotz der Pandemie – der richtige Zeitpunkt, um nach Erfüllung zu streben.

Reisen ohne viel Geld auf dem Konto

Ein paar Worte zum Thema Finanzen: Wie vorhin erwähnt, verdiene ich während meines Aufenthalts bei den Gastfamilien kein Geld und habe demnach nur Ausgaben durch die Reisewege und Luxusgüter, die ich mir vor Ort kaufe. Für die kommenden Monate werde ich demnach einiges meiner Ersparnisse aufbrauchen, aber das ist okay für mich. Ich möchte Geld zu keinem Zeitpunkt meines Lebens als oberste Priorität sehen, weshalb es momentan keine übergeordnete Rolle für mich spielt, dass sich meine Reise nicht rentiert.

Warum der Blog?

Vielleicht fragst du dich, warum ich einen Blog starte, nur weil ich jetzt ein bisschen herumreise. Das hat zwei elementare Gründe. Zum Einen geht es mir so wie tausenden anderen Leuten, die Blogeinträge verfassen: Ich liebe das Schreiben. Journalistin zu werden ist seit der 6. Klasse ein Traum von mir, deshalb kann ich durchˋs Bloggen meiner Leidenschaft nachgehen. Meine Aufgaben als Freiwillige werden außerdem eher handwerklicher Natur sein – meine Gedanken trotzdem aufschreiben zu können, schafft für mich daher einen guten Ausgleich.

Zum Anderen möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen, vorausgesetzt du magst es ebenso wie ich, unterschiedliche Lebensstile kennenzulernen. Ich möchte meine individuellen Denkansätze, Erkenntnisse und Konflikte mit allgemeinen Themen verknüpfen und hier beschreiben. Zu alledem interessiert mich natürlich auch deine Meinung. Eine Diskussion lebt davon, verschiedene Ansichten auszutauschen – deshalb fühl dich frei, deine Gedanken zu kommunizieren!

Hej Denmark

Doch wie gehe ich nun genau vor? Momentan stecke ich in den letzten Vorbereitungen hinsichtlich meiner Packliste und der konkreten Route. Da kommt auch auf den letzten Metern noch eine ganze Menge zusammen, immerhin ist dieses Workaway-Jahr eine ziemlich spontane Entscheidung gewesen. Diese Woche Samstag, am 5. September, wird meine Reise durch Nordeuropa aber nun endlich starten – im wunderschönen Dänemark! Die Anfahrt zu meinem ersten Host beschränkt sich auf etwas über hundert Kilometer und bietet somit einen entspannten Einstieg.

Mit Workaway ins Ausland

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2 Gedanken zu „Mit Workaway ins Ausland

  1. Hallo Caro!
    Ich freue mich riesig für dich, dass du nun etwas gefunden hast. Du schreibst so begeistert über diese Reise! Natürlich mag das ein riesen Schritt ins Ungewisse sein, aber gerade jetzt schaffst du Erinnerungen, die dich lebenslang begleiten und prägen. Ich wünsche dir alles Glück der Welt und viel Spaß auf deiner Reise.

    1. Danke Deetje, wie lieb 🙂 Es wird bestimmt ein turbulentes Jahr voller neuer Erfahrungen! Ich wünsche dir auch alles von Herzen Gute und hoffe, dass du dich gut in Dresden eingelebt hast. Du kannst dich gern immer bei mir melden!

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